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Tanz-Zen Wie ein Netz wirkt the violence of repetition open doors to anywhere Meine liebste Übung

 

 

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WIE EIN NETZ WIRKT - ein Metaphernspiel
Ziel dieser "lecture demonstration" war es, ein Gespräch zum Thema Netzwerkarbeit anzuregen. Alle Teilnehmer sassen von Anfang an in einem grossen Kreis, jeder mit einem kleinen Netz in der Hand, das ursprünglich Zitronen, Kartoffeln, Knoblauch oder Zwiebeln enthalten hatte.
Die "lecture-demonstration" besteht aus einem fortwährenden Wechselspiel aus Fragen, lautem Denken, Ausprobieren oder Vorführen
WAS WÄRE WENN ...


WIE EIN NETZ WIRKT

1. Eigenschaften

Nimm ein Netz. Schau es an, fasse es an, und beschreibe es

Es hat ein gleichmässiges Muster - es ist grün - es besteht aus festen Fasern - es selbst ist ganz klein - die Zwischenräume sind grösser als das Material - es hat ein Loch an einer Seite - es lässt sich dehnen ....(was auch immer)

Was kannst du damit machen? Was sind die Möglichkeiten deines Netzes?

Ich kann es überziehen ! - etwas hineintun - mehrere Sachen sammeln - diese tragen - ausdehnen
(versuche, verschiedene Gegenstände ins Netz zu packen: Zucker, ein Stuhl, Schnur, ....)

zu kleine Dinge fallen durch, zu grosse passen nicht durch den Eingang oder zerreissen das Netz
(der Inhalt muss mit der vorgefundenen Form korrespondieren)

Experimente
Was passiert, wenn du an einem Ende ziehst?
Was geschieht, wenn du etwas hineinlegst?
Wie verteilt sich das Gewicht?
Wenn du ein leeres Netz zerschneidest: was ist das Ergebnis? (zeige)
Wenn Du ein volles Netz zerschneidest: was ist das Ergebnis? (zeige)


2. Psychologie

Wir gehen jetzt von wechselnden Bedingungen aus, und untersuchen zuerst die Anschauungen und Empfindungen der beteiligten Maschen an unterschiedlichen Punkten im Netz, dann die Empfindungen des Trägers und des Inhalts

Das leere Netz:
Hat es eine Vorstellung von seinen Möglichkeiten? Von seiner Bedeutung?
Hat es einen Traum? Hat es eine Identität?

Das halbvolle Netz:
Was denken / empfinden die Maschen des Netzes, die keinen Kontakt zum
Inhalt haben?
Woher kommt denn dieser Stress auf einmal? Warum zerren die da unten so?
Was ist denn da so Wichtiges? Können wir uns nicht lieber wieder ausruhen?

Das volle Netz, alle Maschen in Kontakt mit dem Inhalt:
Wir können ja ganz schön viel festhalten! Wir bewegen eine Menge!
Wir arbeiten gut zusammen!

Der bzw. die Träger:
Ok, die andern halten zwar, aber ich bin es, der dem Ganzen tatsächlich eine Richtung gibt. Ich habe ein Ziel und weiss, wohin ich die Ladung bringen will - nurr: gibt es denn keine Möglichkeit, den Tragegriff angenehmer zu gestalten?


Der Inhalt des Netzes, die Getragenen:

a) hebe ein Netz mit Inhalt vorsichtig an, trage sorgfältig, setze achtsam ab
hm, wunderbar, wir sind gut versorgt, wir gehören zusammen, wir werden umarmt, man bringt uns an einen neuen Ort, wie aufregend, wie gut!

b) ein unachtsames, wildes Tragen, Schlenkern mit dem Netz, fallen lassen,
wieder aufheben, grob absetzen
oh wie furchtbar! Was geschieht mit uns! Ich habe Angst, ich werde nicht respektiert, ich will zurück nach Hause, ich will allein sein! Um Himmels willen, ich falle heraus! Ich will nie wieder mit diesen Leuten zu tun haben!

...
Anschliessende Diskussion

© Eleanora Allerdings, Oktober 2000

Diese "lecture demonstration" fand auf der Konferenz des INTERNATIONAL PERFORMANCE NETWORK im Theater Styr & Kjaer im Oktober 2000 in Kopenhagen statt

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