evening notes & performers

> jagen <
24.11.01 Tanzzentrale Fürth

Text by: Iwan Turgenjew, Notes of a Hunter
Elias Cannetti, Mass and Power
Gregory Bateson, Mind and Nature
Music by: Jean Marc Zelwer, Madonna, Steve Reich, Carl Maria von Weber

ELEANORA ALLERDINGS choreographer and dancer. Her work is mainly concerned with movement research and experiments on theatre conventions.

RALF BAUER, 36, freelance trombone player, composer, and for 17 years he’s been trying hard not to fit in to any frame.

IRIS DE BOOR – dance, theatre, trumpet, tech – as it comes.

MARTIN ELLRODT for the past 10 years he’s been telling stories, fairy tales, literature of all kind.

THOMAS KELLNER is in his last year of studies at the Labenwolff Gymnasium in Nuremberg. Wish of profession: actor or set designer.

EDUARD PITKOWSKI, studied ”Elementaren Tanz” with Graziela Padilla in Cologne and afterwards choreography with Prof. Dietmar Seyffert at the Ernst-Busch-Hochschule in Berlin. He has received several awards for his choreographic work.

URSULA RITTER-GRATVOL, dancer and dance teacher, studies (1984 - 92) in Düsseldorf, Berlin, Amsterdam, New York.
Solo- and group productions in Germany and abroad. Lecturer at high schools for dance in Germany, the Netherlands and Israel.

ROSE WEIGAND freelance grafic designer and visual artist. For her works she’s mainly using materials like fluids, wood, metal, plastic and natural materials. Using light and sound, she’s installing them as ”Gesamtkunstwerk” into the given site.

SIGRID WESTENFELDER studied dance at the Arts academy (EDDC) in Arnhem, NL. Since her graduation she works as freelance artist in dance/ performance/ theatre as performer or director.

Through her intensive study of Tai Chi and Shiatzu her focal point has become the energetic processes of the body that lead to shaping and forming.


Reviews


currently this review exists only in the German version – sorry!



Auf der Jagd nach dem Einhorn
Die TanzTheaterMusikcollage >jagen< bringt faszinierende Bilder auf die Bühne


Da liegen sie, die schönen Leichen. Erschossen, in geronnenem Blut. Die Jagd ist eben ein hartes Geschäft und nichts für Tierschützer oder Warmduscher. Doch zum Glück stehen sie schon bald wieder auf, die vier Tänzer und Tänzerinnen der Kompanie ”Der Bilderberg”, um sich aus Tieren in Menschen zu verwandeln. Reglos, hoechst aufmerksam und vollkommen in der Gegenwart präsent. So stellen Eleanora Allerdings, Eduard Pitkowski, Ursula Ritter-Gratvol und Sigrid Westenfelder ihre getanzten Bären, Insekten, Löwen, Rehe, Vögel und Pferde dar. Die Jagd ist schliesslich von beiden Seiten ein Prozess der Konzentration aller Sinne auf ein Ziel, ein Verharren und Belauern, hier choreografisch genial umgesetzt. (...)
Das Erstaunlichste aber: Keinen Moment lang erschlug diese Medienfzelle das Publikum, immer blieb Zeit zum Nachdenken. Die Bestandteile des konzeptes von Eleanora Allerdings ergänzten sich so perfekt mit ihrer Choreografie, dass viel gedankliche Arbeit dahinter zu vermuten ist. Und in der Tat ist >jagen< der dritte Teil einer reihe, die im Sommer 2000 mit dem Solo ”animal” startete.
Der zweite Teil, bereits unter Mitwirkung von Bauer, befasste sich mit Riten der Jäger, ihrer Sprache und ihren Rezepten. Darin eingeflochten abstrakte Tierstudien.
So nimmt es nicht wunder, wie grossartig die taenzerisch klar dominierende Eleanora Allerdings ihre Wesen darstellt.Sie scheint, schon rein aeusserlich, geboren, um ein Reh oder Einhorn zu sein. Scheu, schoen, frei und wild. Ihre ueberraschungsreiche Raumnutzung, frei nach dem Motto von Choreografie-Ikone Merce Cunningham ”jederzeit kann jeder Punkt etwas Besonderes sein – und im naechsten Augenblick ein anderer” praesentierte sich voll auf der Hoehe der Zeit. Bei Allerdings ist der staendige Wechsel von Richtung, Tempo und Stimmung sowie viel Improvisation und offene Aufgaben fuer ihre Taenzer Trumpf. Und was wuerde besser zum Jagdthema passen?
Ebenfalls herausragend die Leistung von Pitkowski in einem furiosen Solo-Part ueber Leben, Sterben und Kaempfen. Die liebevolle, witzige Ausstattung der Buehne und weiterer Raeumlichkeiten mit Aesten, Geweihen, Tierfellen, Bast und Zielscheiben besorgte die Kuenstlerin Roswitha Weigand und der Abiturient Thomas Kellner. Unglaublich, dass dieses Stueck, das leider nur ein einziges Mal in dieser Form zu sehen war, in nur zwei Tagen zur Collage zusammengesetzt wurde.

Claudia Schuller. Fürther Nachrichten

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