am ufer

Das ehemalige Frauenbad an der Fürther Badstraße erweckte mit seinem Flair vergangener Zeiten, seiner verwunschenen Lage am Rednitzufer und seiner aktuellen Widerstandsgeschichte (Künstler gegen Abriss) in mir den Wunsch, dort zu arbeiten.

Ich brauchte einen Grund, um täglich hinzufahren, am Wasser zu sitzen, zu schauen, zu lauschen und zu hören, zu schmecken und zu spüren: was ist da? Wer bin ich da? Wie reagieren wir aufeinander? Kann ich so sensibel werden, dass ich mich dem Ort nicht aufdränge? Ich wollte den Ort auf mich wirken lassen, um zu sehen, was er in mir zum Klingen brächte.
Gleich darauf folgten Fragen wie:
Sind ästhetische Fragen an diesem Ort überhaupt zulässig? Wie viel darf ich wegräumen, von dem, was da ist, ohne zu sehr einzugreifen? (das ging bis hin zu den Brennesseln an der Ufermauer)


Und dann wollte ich die Kommunikation ausdehnen, kein Solo-Duett mit dem Ort, sondern noch mehr konkreten Austausch.
Und beschloss, Jessica Lerner aus Wales einzuladen.
Jessicas Arbeit mit authentic movement und Improvisation hat mich schon lange berührt; um zu erfahren, wie sie arbeitet, denkt, Bewegung und Komposition organisiert, waren sieben Tage Zusammenarbeit ein guter Anfang. Wir planen einen Gegenbesuch "dancing in the mountains" in Wales ist für Sommer 2007 .

Mit Ralf Bauer habe ich schon mehrmals zusammengearbeitet und wusste, er ist der richtige dritte Mann für das Vorhaben am Ufer. Bereit, sich zu zeigen, sensibel für Raum und Zeit, ungewöhnlich in der Wahl der Klänge.


Das Licht zur Dämmerstunde, die Nähe, der Geruch, die Kühle des Flusses, Geräusche aus der Nachbarschaft, alte Photographien aus den Blütezeiten des Bades, Erfahrungen und Erlebnisse aus der Arbeit am Tage, Tiere, die unsere Wege kreuzten, Äpfel vom kleinen Apfelbaum an der Böschung, die man halsbrecherisch pflücken muss, Ideen von Bootsregatten aus Papierschiffen, Jessicas Badeschlappen, die Giesskannen, Eleanoras unsäglicher violetter Rock mit schwarzen Blumen, wie ein überdimensionaler Schmetterling


ZEITUNGSARTIKEL

folgende Institutionen und Personen haben diese Produktion ermöglicht:
Kulturort Badstrasse acht - Kulturreferat der Stadt Fürth - Tanzzentrale der Region Nürnberg - Vitaplan/ Scherbsgrabenbad - Annette Wigger/Kulturforum - Susanne Oertel

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